Solidarity Kitchen http://sokigoe.blogsport.de Unterstützung für Flüchtende auf ihrem Weg Wed, 30 Mar 2016 15:03:38 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Der letzte Tag http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/30/der-letzte-tag/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/30/der-letzte-tag/#comments Wed, 30 Mar 2016 15:03:38 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/30/der-letzte-tag/ Unseren letzten Tag im Camp haben wir damit verbracht noch einige Stunden zu arbeiten, uns offiziell zu verabschieden und ein letztes Mal im Camp gut zu Essen. Außerdem haben wir einen großen Teil der Spendengelder an Mido übergeben. Sie leitet das Bauteam und die Werkstatt, sowohl für das Camp in Calais als auch für „unser“ Camp in Dunkirk. Um für und mit den Geflüchteten zu bauen und damit zu einer spürbaren Verbesserung des Alltags der Menschen beizutragen, brauchen sie und ihr Team Geld für Material und Werkzeuge. In den letzten zwei Wochen, in denen wir und viele andere nette Menschen mit ihr arbeiten durften, entstanden sehr viele Shelter Erweiterungen, Holzverschläge als „Läden“ für den Frisör und den Sandwwich-Mann, ein Ausbau der kurdischen Küche und eine Menge Türen und Regale. Ähnliches setzen sie auch in dem Camp in Calais um. Wir freuen uns, diese wunderbare Arbeit mit bislang insgesamt 2500 Euro unterstützen zu können.
Nun sind wir nach nächtlicher Fahrt wieder gut in Göttingen angekommen und werden uns die nächsten Tage an die Nachbereitung der Tour machen und ein Resümee ziehen. Bei Fragen meldet euch gerne bei mir unter: wiebke.meiwald@yahoo.de

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Unser Ostersonntag http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/28/unser-ostersonntag/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/28/unser-ostersonntag/#comments Mon, 28 Mar 2016 10:08:10 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/28/unser-ostersonntag/ Gestern war Ostern. Da der allergrößte Teil der Campbewohner*innen muslimischen Glaubens ist, änderte der Fakt das Oster ist nicht viel an unserem Tagesablauf. Wir haben gebaut, undichte Stellen in den Hütten versucht mit Silikon und Bauschaum abzudichten, damit es nicht mehr regnet, ein großes Zelt abgebaut, Müll gesammelt… Das einzig besondere am Wochenende über die Osterfeiertage war, dass eine große Menge an Kurzzeitfreiwilligen hier im Camp waren. Weil das Camp in der jetzigen Form noch nicht besonders lange existiert, ist die Koordination und Einweisung der Freiwilligen, die nur für ein oder zwei Tage bleiben, zwar noch etwas kompliziert, es konnten aber einige sinnvolle Aufgaben gefunden, wie zum Beispiel das Müllsammeln im Camp und ähnliche Dinge, die zwar wichtig sind, aber oft zu kurz kommen, weil oft stattdessen dringenderes erledigt wird.

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Bestanden! http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/27/bestanden/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/27/bestanden/#comments Sun, 27 Mar 2016 11:32:17 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/27/bestanden/ Wir haben bestanden!
Am Freitagvormittag stand sie an, die elende Inspektion durch die französischen Behörden bezüglich Brandschutz, Sicherheit und Hygiene. Nach vielen Vorbereitungen, von denen viele ganz offensichtlich nur eine Farce waren, können wir nun verkünden bestanden zu haben!
Damit ist dies das erste private offiziell anerkannte Refugee Camp Frankreichs!
Da waren wir schon alle recht stolz und vor allem erleichtert, da niemand wusste was geschehen würde, wenn das Ergebnis anders ausgefallen wäre.
Trotz dessen ging es am Samstagmorgen wieder motiviert an die Arbeit um die Bedingungen der Geflüchteten weiter zu verbessern. Für uns hieß das vor allem, dass weitere Vorbauten für die Shelter entstehen, um den Familien mehr Platz zum Leben und zum Lagern von Dingen zu schaffen.

An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank an den Abi-Jahrgang von Binta, der uns mit 1800 Euro bei unserer Arbeit unterstützt!
Damit können wir viele viele Schrauben und viel Holz kaufen, damit die „Bauerei“ weiter gehen kann. Und das wird sie, auch wenn unsere Zeit hier leider schon dem Ende zuneigt.
Dadurch, dass die Inspektion erfolgreich überstanden ist, waren auch wieder mehr Kapazitäten für andere Aktivitäten frei. So zum Beispiel für den Ausbau der Schule, die bald eröffnen soll, oder das aufräumen, sortieren, leer- und einräumen von Aufenthaltsräumen und Containern, sowie das reparieren und anbringen von Türen. Außerdem soll die Camp-eigene Waschküche bald eröffnet werden.
Hier tut sich also einiges!

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Fotos http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/26/fotos/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/26/fotos/#comments Sat, 26 Mar 2016 19:01:09 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/26/fotos/ Gerne würde ich, würden wir hier Fotos mit euch teilen. Von 4 jährigen Mädchen, die stolz wie Oskar sind, wenn sie auch mal hämmern dürfen. Fotos, von Rabauken und Rabaukinnen, die versuchen in den Van zu klettern, obwohl sie genau wissen, dass ihnen das nicht erlaubt ist; von Großmüttern, die zu kurdischen Tänzen abgehen; von jungen Männern, die einem mal verzweifelt, mal flirtend entgegen kommen; von Müttern und Vätern, die versuchen ihren Kindern das Leben so angenehm wie möglich zu machen… und von all den Gesichtern, die uns Tag für Tag vertrauter werden. Diese Bilder hätten nicht den Zweck Mitleid zu erregen oder durch die Niedlichkeit der großen Kulleraugen zu bestechen; sondern deutlich zu machen, dass hinter den ganzen Zahlen (wieviele Menschen leben im Camp, wieviele schaffen es rüber nach England, wieviele Kinder gibt es, …) Menschen stehen.
Menschen, deren Geschichten ihre Gesichter gezeichnet hat.
Aufgrund der europäischen Asylgesetzgebung ist es jedoch so, dass es den Menschen sehr schaden kann, wenn es Bilder gibt, die beweisen, dass sie sich bereits eine Weile in Frankreich (oder einem anderen EU-Mitgliedsland) aufgehalten haben. Um dies zu vermeiden verzichten wir und die meisten anderen Freiwilligen darauf, Personen erkennbar zu fotografieren und unsere Fotos könnten den Eindruck vermitteln, dass Camp wäre bis auf uns Freiwillige ausgestorben.

Eindrücke


(Viel Symbolpolitik für die Authorities)

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unruhige Nacht und Investigationsprüfungsvorbereitung http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/25/vorbereitung-fuer-die-staatliche-pruefung/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/25/vorbereitung-fuer-die-staatliche-pruefung/#comments Fri, 25 Mar 2016 18:46:00 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/25/vorbereitung-fuer-die-staatliche-pruefung/ Der Tag heute fing mit einem Schrecken an, da es in der Nacht im Camp etwas unruhig zugegangen ist und es mehrere Schlägereien und einen Polizeieinsatz gegeben hatte. Daraufhin mussten sich alle ankommenden Leute ausweisen. Es ging aber eher um die Freiwilligen, als um die Geflüchteten selbst, da diese meist auch ohne das Vorweisen von Ausweisen durch die Kontrollen kamen. Dass es sich hierbei in erster Linie um Schikane handelte, lässt sich daran erkennen, dass die vor dem Haupttor stehende Polizei sich in der Nacht eine Stunde lang weigerte, das Gelände zu betreten um beim Schlichten der Handgreiflichkeiten zu helfen, aber heute Nachmittag kein Problem damit hatte, schwer bewaffnet durch das Camp zu marschieren und einzelne Shelter zu kontrollieren. Auch vor den Toren und auf den Straßen der Umgebung zeigten sie im Laufe des Tages eine hohe Präsenz. Nach ausgiebigen Begutachtungen unserer Pässe und mal wieder einer kurzen Schicht am Kreisel ging unser Tag weiter mit der Verteilung von Kisten mit Lebensmitteln, die von einer Kirchengemeinde aus den USA finanziert wurde.
Da am Freitag außerdem die bereits erwähnte staatliche Bundesschutz-Inspektion stattfindet, waren heute eine Menge Freiwillige damit beschäftigt, Feuermelder zusammen zu bauen und in den Hütten anzubringen. Dies war aber nicht allzu sinnvoll, weil die Feuermelder schon anspringen, wenn man nur neben ihnen ausatmet und die Batterien ohnehin vermutlich schon bald wieder ausgebaut sein werden.
Die Freiwilligen hätten in dieser Zeit also stattdessen auch sinnvollere und dringendere Aufgaben erledigen können aber da es sich um staatliche Auflagen handelt blieb uns nichts anderes übrig.
Da der Großteil unserer Gruppe im Laufe der letzten Tage nach und nach abgereist ist, sind nur noch Wiebke und Jojo vor Ort, die sich noch auf ein paar produktive und unkomplizierte Tage freuen.


So waren wir unterwegs um die gepackten Kisten mit trockenen Lebensmitteln zum kochen an jedem Shelter zu verteilen.


Die Bewohner*innen sind auch stetig dabei kreativ ihre Wohnbedingungen zu verbessern. Hier ein Esstisch

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Verstärkung fürs Team gesucht! http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/25/verstaerkung-fuers-team-gesucht/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/25/verstaerkung-fuers-team-gesucht/#comments Thu, 24 Mar 2016 23:11:25 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/25/verstaerkung-fuers-team-gesucht/ Inzwischen hat unsere Crew sich durch An- und Abreise von Menschen etwas verändert, sodass nun Jojo, Binta, Freya, Friedhelm und Wiebke im Camp rumwerkeln. Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir im Moment damit gemeinsam mit vielen anderen Menschen besagte Shelter-Erweiterungen zu bauen. Da Freiwillige aus verschiedenen Ländern hier sind, setzen sich auch unsere Bau-Teams bisweilen aus Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten (und Sprachen!) zusammen. Dazu kommen dann noch die Bewohner*innen des Camps, die weitere 4 Sprachen einbringen. So verbringen wir auch einige Zeit mit übersetzen zwischen den verschiedenen Sprachen. Wir werden immer besser im Bauen und optimieren den Materialeinsatz und die Konstruktionsweise, sodass wir inzwischen ein gefragtes Bauteam sind.
Gestern haben wir unsere erste Nachtschicht (die erste Phase von 20 Uhr bis 24 Uhr) gearbeitet. Das bedeutet, dass wir den „Sicherheitsdienst“ übernommen haben. Zwei Menschen sitzen in einem Auto am hinteren Tor, 2 weitere sitzen in einem Auto am vorderen Tor und 2 fahren mit Feuerlöschern regelmäßig mit dem Auto im Camp auf und ab. Dies ist alles weniger spektakulär, muss aber erledigt werden. Allerdings ist es nicht einfach genügend Freiwillige zu finden, weil wir aktuell chronisch unterbesetzt sind und sich bei den Langzeit-Freiwilligen vermehrt Erschöpfungserscheinungen zeigen.
Wer also Lust und Zeit hat für eine Woche herzukommen und die Freiwilligen von Utopia zu unterstützen ist herzlich eingeladen sich unverbindlich bei mir zu melden- auch wenn es noch Fragen dazu gibt! (wiebke.meiwald@yahoo.de)
Außerdem haben wir es auch übernommen uns um einige der neu angekommenen Freiwilligen zu kümmern, sie herum zu führen und dafür zu sorgen, dass sie grundlegende Infos bekommen.
Hier noch ein paar grundlegende Informationen zum Camp:
Verpflegung:
Mehrmals am Tag (beginnend mit dem Frühstück gegen 10 Uhr) gibt es Essensausgaben an verschieben Orten im Camp- Fruchtsalat, Brot mit Humus, Reis mit Scheiß, Salat, Hühnchen, Linseneintopf, Crêpes… So sind auch wir Freiwilligen gut versorgt und es gibt keine unendlich langen stressigen Schlangen beim Essen. Eine Küchengruppe arbeitet direkt auf dem Campgelände, die anderen kommen mit dem fertig gekochten Essen vorbei. Außerdem kochen viele der Menschen im Camp selber auf Feuer, Gas oder Benzin. Die Lebensmittel dafür kaufen sie einerseits im naheliegenden Supermarkt und bekommen sie andererseits im Camp zur Verfügung gestellt.
Sanitäre Anlagen:
Es gibt Dusch- und Klocontainer in ausreichender Anzahl, die zweimal am Tag gereinigt werden. Besonders hervorzuheben ist, dass es sich um die französischen Hockklos handelt und die ganze Geschichte sehr hygienisch und angenehm ist.
Medizinische Versorgung:
Ärzte ohne Grenzen, medicins du monde und das französische Rote Kreuz bieten im Wechsel Sprechstunden zur medizinischen Versorgung an.


Blick von einem der Shelter Dächer über das Camp


Die Tee und Kaffee Küche, die von der Volxküche München organisiert wird


Akkuschrauber? Läuft!

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Eure Spenden http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/20/eure-spenden/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/20/eure-spenden/#comments Sun, 20 Mar 2016 18:02:49 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/20/eure-spenden/ Da die Lebensmittelversorgung und andere überlebensnotwendige Infrastruktur bereits von verschiedenen Gruppen gestellt wird, fließt gerade ein großer Teil der Spendengelder in Baumaterialien um gemeinsam mit den Campbewohner*innen durch An- und Ausbauten die Enge in den wirklich nicht großen Sheltern, in denen zum Teil sehr viel mehr als vier Menschen wohnen, auszugleichen und so die Lebensbedingungen auch und vor allem für die Familien zu verbessern. Hierbei arbeiten wir mit erfahrenen Freiwilligen aus Calais zusammen. Dafür müssen sowohl Nägel, Schrauben und Holz als auch Werkzeug zum Verleihen gekauft werden.
Um alle Bewohner*innen versorgen zu können und so durch eine faire Verteilung Konflikte vorbeugen zu können würden wir uns über weitere Spenden für diese Arbeit sehr freuen!
Wem die Bankdaten nicht mehr bekannt sind, der melde sich gerne bei: elodie.scholten@gmail.com


Hier haben wir eine ganze Menge Werkzeug gekauft!


Hier verteilen viele Freiwillige fleißig Holz auf die Trucks um damit das Baumaterial an verschiedenen Stellen im Camp verteilen zu können.

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Zum Camp im Allgemeinen http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/20/zum-camp-im-allgemeinen/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/20/zum-camp-im-allgemeinen/#comments Sun, 20 Mar 2016 17:50:00 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/20/zum-camp-im-allgemeinen/ Seit Anfang letzter Woche (ca. 07.03.) existiert das neue Camp in Dunkerque (Grand Synthe). Es befindet sich auf einem Gelände, zwischen Bahngleisen und der Autobahn, welches von Ärzte ohne Grenzen gekauft wurde. Auf dieses Gelände wurden die Bewohner*innen des alten Camps (ca. 2 km entfernt) umgesiedelt, da der Besitzer des ehemaligen Geländes mit dem Bau auf seinem Land beginnen wollte. Hinzu kam, dass die Bedingungen im alten Camp sehr schlecht waren (knietiefer Schlamm, keine festen Gebäude, kaum fließend Wasser, wenige Dixies).
Im neuen Camp liegt die Hauptverantwortung für die Organisation nun bei einer Gruppe junger Menschen (Utopia 56), die normalerweise Festivals organisieren. Sie arbeiten zusammen mit anderen NGOs wie zum Beispiel Ärzte ohne Grenzen, Medicines du Monde, Volxküche München, Auberge de migrants, AFEji etc. und behalten den Überblick über die freiwilligen Helfer*innen und die gesamte Organisation.
Das neue Camp besteht vor allem aus kleinen Holzhütten mit einem Raum, der ca. 6m² groß ist, und denen jeweils 3 bis 4 Personen leben. Diese wurden von MSF (Ärzte ohne Grenzen) bereitgestellt und gebaut. Aktuell sind es ca. 350 solcher ‚Shelter‘. Einige Menschen wohnen noch in Zelten, diese sollen aber in den kommenden Wochen durch weitere Hütten ersetzt werden. Weil der Wohnraum sehr klein ist, bauen sich viele Bewohner*innen Anbauten aus Holz und Plastik vor die Türe, in denen sie kochen und ihre Sachen lagern können. Diese werden nun (bis zum 25.03.), auf Grund einer anstehenden Sicherheitskontrolle durch Holzbauten ersetzt.
Die meisten im Camp lebenden Menschen sind Kurd*innen aus dem Irak, Syrien und dem Iran. Die nächstgrößeren Gruppen sind Araber und Perser, die aber bereits in der Minderheit sind. Weil viele der Menschen, die im Camp leben, schon eine lange Zeit in Dunkerque sind und nicht alle aus ihren Heimatländer geflohen sind, werden die Bewohner*innen in der Regel unter dem Begriff „Migrants“ gefasst. Einige von ihnen leben schon seit über einem halben Jahr in Dunkerque. Alle im Camp lebenden Menschen sind jedoch, egal aus welchen Gründen sie hier sind, auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen. Dies liegt vor allem daran, dass der französische Staat sich komplett aus der Verantwortung zieht und keinerlei Infrastruktur oder finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass das Camp von Seiten des Staates unerwünscht ist und versucht wird, es den engagierten Menschen und Gruppen möglichst schwer zu machen. So gibt es viele Auflagen, die von Regierungsseiten aus gestellt werden, die immer wieder Arbeit schaffen (Brandschutzauflagen, Verkehrssicherheitsauflagen etc.).
Auch wenn sich die Arbeit deshalb und aus anderen Gründen an manchen Stellen komplizierter und schwerfälliger gestaltet als sie sein müsste, herrscht im Camp meist eine positive Grundstimmung. Die meisten Grundbedürfnisse können gestillt werden (Unterkunft und Essen sind ausreichend vorhanden) und es wird viel Neues aufgebaut um die Lebensqualität zu verbessern. Dies führt dazu, dass man meist motiviert bei der Arbeit ist und am Ende des Tages von sich behaupten kann, etwas geschafft zu haben (gemeinsam mit den Bewohner*innen). So werden momentan Gemeinschaftsküchen gebaut, in denen selbst gekocht werden kann. Auch eine Schule ist im Bau und kann hoffentlich in der nächsten Woche eröffnet werden.
Dennoch werden gerade wegen der Auflagen immer mehr freiwillige Arbeitskräfte benötigt, weil die meisten hier nur für ein paar Tage bleiben und dann wieder nach Hause fahren. Insgesamt sind mittlerweile zwischen 20 und 25 Freiwillige vor Ort, an den Wochenenden sind viele davon Kurzzeitfreiwillige, die nur von Freitag bis Sonntag bleiben. So wird weiter nach Unterstützung gesucht und auch Sach- und Geldspenden sind immer willkommen um neue Räume und Möglichkeiten für die Bewohner*innen, darunter viele Familien mit kleinen Kindern, zu schaffen, die leider zum Teil eine sehr lange Zeit im Camp verbringen (werden), da nur den wenigsten die illegalisierte Weiterreise nach England gelingt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unsere Rolle hier im Camp gerade weniger die akute Notlagenbekämpfung ist, als ein Camp mit Modellcharakter zu schaffen, um aufzuzeigen, dass es möglich ist, ansatzweise menschenwürdige Bedingungen in Refugee Camps zu schaffen.

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Der Alltag http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/18/der-alltag/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/18/der-alltag/#comments Fri, 18 Mar 2016 22:31:10 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/18/der-alltag/ Vielleicht interessiert ja einige von euch, wie unser inzwischen eingespielter Tagesablauf so aussieht.
Zwischen sechs und sieben hiefen wir uns aus unseren Betten in unserem mobile home Container, trinken den ersten Kaffee des Tages und machen uns nach einem müden Frühstück auf den halbstündigen Weg ins Camp, wo wir so gegen acht / halb neun ankommen. Da zu dem Zeitpunkt erst wenige Refugees auf den Beinen, aber schon einige Freiwillige motiviert sind, wird erstmal eine Runde Müll gesammelt und versucht den Tag und die anstehenden Arbeiten zu organisieren. Meist haben wir uns schon am Abend eine ungefähre Aufgabe für den Tag gesucht- wie z.B. das Umsiedeln von Gruppen und Familien oder nun das Bauen von Erweiterungen. Mit der / den jeweiligen Aufgaben verbringen wir dann den Tag. Dabei fällt immer wieder noch neuer Kram an, wie zum Beispiel Schilder bemalen, einkaufen (gut, dass das große Einkaufszentrum direkt um die Ecke ist), neu ankommende Menschen an die richtigen Orte bringen…
Zwischendurch schaffen wir es inzwischen ganz gut uns ein Mittagessen von einer der Essensausgaben zu organisieren und den ein oder anderen Tee zu trinken, wozu wir oft von neuen Freunden und Freundinnen aus dem Camp eingeladen werden, um einen kleinen Schwatz zu halten.
Zwischen acht und zehn am Abend suchen wir dann noch Menschen, die in unsere Richtung müssen und fahren dann Heim. Dort wird noch schnell etwas gekocht, ein Blogeintrag geschrieben und dann fallen wir tot ins Bett. (Aber tatsächlich duscht sogar manchmal noch jemand zwischendurch! ;) )

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Die letzten Hütten und eine Menge Bürokratie http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/18/33/ http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/18/33/#comments Fri, 18 Mar 2016 07:34:19 +0000 Administrator Allgemein http://sokigoe.blogsport.de/2016/03/18/33/ Donnerstag, 17.03.2016
Heute haben wir unseren Tag mit einer allgemeinen Müllsammelrunde begonnen. Das Camp ist im Vergleich zu vielen anderen sehr aufgeräumt, was aber auch unbedingt für die Behörden so bleiben muss. Danach wurden die letzten Umzüge für diese Woche von uns mit organisiert und Hütte bewacht, damit auch wirklich die „richtigen“ Bewohner ihr neues „Heim“ beziehen können. Gegen Mittag war das erledigt und die leeren Zelte wurden abgebaut. Da das Camp das erste durch NGO’s organisierte Camp ist, dass auf einem Privatgrundstück errichtet wurde, müssen viele Auflagen erfüllt werden. So muss sich das Camp nächste Woche einer Hygiene- und Sicherheitskontrolle unterziehen. Die Bewohner, vor allem Familien, haben sich an ihre Shelter schön hübsche Anbauten aus Dachlatten und Plastikplanen gebaut. Aus Sicherheitsgründen gilt es, diese in den nächsten Tagen zu ersetzen. Zum Beispiel müssen wegen der Auflagen Plastikplanen durch Holz ersetzt werden. So wie es aussieht, wird die Materialverteilung und die Unterstützung beim Neubau wohl einiges unserer Zeit in den nächsten Tagen in Anspruch nehmen.


Der Abbau eines der leer gewordenen Zelte, das von den Ärzte ohne Grenzen gestellt worden ist

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